datenleben   /     dl047: starkregen

Description

Klimaforscher\*innen gehen davon aus, dass Extremwetterereignisse k√ľnftig h√§ufiger auftreten. Dabei ist ein Thema zum Beispiel Starkregen. Wir gucken uns erstmal an, was Starkregen eigentlich ausmacht. Und dann werfeln wir einen Blick darauf, wie Starkregen-Gefahrenkarten entstehen. Diese geben Aufschluss √ľber die Auswirkungen von Starkregen auf die gezeigten Regionen und mit welchen Ausma√üen gerechnet werden muss. Einen genaueren Blick werfen wir dabei auf die Starkregenanalyse der Stadt Braunschweig - und wir haben uns auch gefragt, wie uns das dabei helfen kann, auf Warnmeldungen zu reagieren.

Subtitle
Was ist Starkregen und wie entstehen Gefahrenkarten?
Duration
00:53:37
Publishing date
2024-03-02 11:00
Link
https://www.datenleben.de/index.php/2024/03/02/dl047-starkregen/
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https://www.datenleben.de/index.php/2024/03/02/dl047-starkregen/#
Contributors
  datenleben
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Enclosures
https://www.datenleben.de/podlove/file/171/s/feed/c/mp3/DL047-starkregen.mp3
audio/mpeg

Shownotes

Mit dieser Folge nehmen wir am Wettbewerb Fast Forward Science 2024 teil. Es geht um das Thema Starkregen. Wir gucken uns erstmal an, was Starkregen eigentlich ausmacht. Und dann werfeln wir einen Blick darauf, wie Starkregen-Gefahrenkarten entstehen. Diese geben Aufschluss √ľber die Auswirkungen von Starkregen auf die gezeigten Regionen und mit welchen Ausma√üen gerechnet werden muss. Einen genaueren Blick werfen wir dabei auf die Starkregenanalyse der Stadt Braunschweig - und wir haben uns auch gefragt, wie uns das dabei helfen kann, auf Warnmeldungen zu reagieren.

Links und Quellen

Schlagworte zur Folge

Starkregen, Starkregengefahrenkarte, Modellierung, Katastrophenschutz, Topografie, Hydrologie

Intro (00:00:00)

Thema des Podcasts (00:00:18)

Helena: Willkommen zur 47. Folge beim Datenleben Podcast, dem Podcast √ľber Data Science. Wir sind Helena

Janine: und Janine

Helena: und m√∂chten mit euch die Welt der Daten erkunden. Daten begleiten uns fast √ľberall und sind eine wichtige Grundlage f√ľr unsere Entscheidungen. Wer erhebt Daten? Welche Daten werden erhoben? Wie werden sie aufbereitet? Diesen Fragen gehen wir anhand konkreter Themen in unserem Podcast nach.

Thema der Folge (00:00:43)

Janine: Und dieses Mal haben wir uns ein Thema ausgesucht, das uns in den letzten Jahren gef√ľhlt immer h√§ufiger begegnet ist und auch ein Thema ist, von dem Klimaforscher*innen ausgehen, dass es auch tats√§chlich in den n√§chsten Jahren immer mehr zunehmen wird. Es geht n√§mlich um Starkregenereignisse und damit einhergehende Hochwasser- oder √úberschwemmung. Und zwar wollen wir uns ansehen, welche Faktoren dazu f√ľhren, dass √úberschwemmungen entstehen und wie man mit dem Betrachten dieser Faktoren und Analysen dazu zu einem besseren Umgang mit solchen Ereignissen kommen kann. Also seien es etwaige Vorhersagen oder auch Handlungsoptionen f√ľr konkrete Ereignisse, die eben in der nahen Zukunft liegen. Helena hat sich daf√ľr den Leitfaden f√ľr kommunales Starkregenmanagement aus Baden-W√ľrttemberg angesehen, der uns da sehr interessant und ausf√ľhrlich erschien. Da werden verschiedene Faktoren benannt, die in die Analyse eingehen. Und anschlie√üend gucken wir uns noch die Starkregenanalyse der Stadt Braunschweig an, weil das f√ľr uns regional betrachtet einfach naheliegend ist. Ich habe mir n√§mlich anhand dieser die Frage gestellt, wie ich eigentlich selbst diese Analysen und Daten zum Beispiel nutzen kann, um zu wissen, wie ich mit Warnungen zu angek√ľndigten Starkregenereignissen umgehen sollte. Also quasi wie Katastrophenschutz f√ľr zu Hause aussehen kann. Das ist dann der letzte Teil. Und ja, ach so, am Ende haben wir noch einen kleinen Mitmachaufruf, denn auch dieses Jahr findet der globale Women in Data Science Datathon statt und es gibt wieder einige Challenges, an denen sich beteiligt werden kann. Und Helena und ich w√ľrden gerne wieder mal daran teilnehmen. Und ja, vielleicht ja auch wer von euch. Also das gibt es am Ende nochmal.

Warum ist das Thema wichtig? (00:02:39)

Helena: Ja, warum finden wir das Thema wichtig beziehungsweise interessant? Nun, es gab in den letzten Jahren einige Starkregenereignisse in Deutschland. Davon hat insbesondere das katastrophale Hochwasser im Ahrtal vor drei Jahren sehr viele Schlagzeilen gemacht. Und ja, jetzt gerade im Winter gegen Ende Dezember, wo ergiebiger Dauerregen, wenn auch kein Starkregen, aber aufgrund der Zeit ebenfalls zu weitreichenden √úberschwemmungen gef√ľhrt hatte. Aber auch im letzten Sommer gab es einige Starkregenereignisse, von denen auch Braunschweig betroffen war unter anderem. Und sp√§testens, wenn die eigene Stadt oder Region betroffen ist, stellt sich die Frage, wie kann denn der Katastrophenschutz f√ľr zu Hause aussehen? Ja, deswegen halten wir das Thema f√ľr wichtig, auch weil √§hnliche Ereignisse bedingt durch den Klimawandel k√ľnftig immer h√§ufiger auftreten k√∂nnen.

Fast Forward Science (00:03:33)

Helena: Ja, au√üerdem wollen wir diese Folge auch bei einem interessanten Wettbewerb namens "Fast Forward Science" einreichen. Und zwar hatte Lisa, die in Folge 18 zu Gast gewesen ist, uns letztes Jahr vorgeschlagen, dass wir das ja mal machen k√∂nnten. Allerdings war da die Einreichefrist schon um und deswegen haben wir uns das dann f√ľr dieses Jahr vorgenommen. Ja, der Wettbewerb richtet sich an Menschen, die Forschung und Wissenschaft f√ľr andere zug√§nglich machen, was wir hier ja tun. Und es gibt dort einen Audio Award f√ľr wissenschaftliche H√∂rbeitr√§ge aller Art, wo wir eben auch diese Folge einreichen m√∂chten. Ja, au√üerdem gibt es dann noch einen Wettbewerb in den Kategorien "Young Scientist Award" und dann einen Sonderpreis f√ľr das beste Deb√ľt. Da sind wir jetzt nat√ľrlich nicht drin vertreten. Unseren Podcast gibt es ja mittlerweile auch schon l√§nger.

Einspieler: Was ist ein Starkregenereignis? (00:04:23)

Janine: Was ist ein Starkregenereignis? Von Starkregen wird dann gesprochen, wenn eine gro√üe Menge an Niederschlag in einer festgelegten Zeit auftritt. Wenn es zu Starkregen kommt, k√∂nnen die Folgen sein, dass Wasserst√§nde in Gew√§ssern schnell ansteigen und auch zu √úberschwemmungen f√ľhren. Es kann auch dort zu √úberschwemmungen kommen, wo keine Gew√§sser sind, aber das Wasser nicht schnell genug abflie√üen kann. Au√üerdem kann Starkregen auch zu Bodenerosionen f√ľhren, also Bodenmaterial abtragen. Solche Ereignisse k√∂nnen sowohl f√ľr Menschen als auch die Infrastruktur wie Stra√üen, Geb√§ude und dergleichen gef√§hrlich werden. Deswegen kann der DWD, der Deutsche Wetterdienst, Warnmeldungen in drei Stufen ausgeben. Die Warnstufe richtet sich nach einem Schwellenwert, der laut Wetterprognose vermutlich erreicht oder √ľberschritten wird. Die erste Warnstufe ist eine markante Wetterwarnung. Hier werden Regenmengen von 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden erreicht. Bei einer Unwetterwarnung fallen bereits Regenmengen gr√∂√üer 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder gr√∂√üer 35 Liter pro Quadratmeter bis 60 in sechs Stunden. Von einer Warnung vor Extremem Unwetter wird dann gesprochen, wenn die Regenmengen gr√∂√üer 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder gr√∂√üer 60 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden angenommen werden. Die festgelegte Zeitspanne f√ľr ein Starkregenereignis bezieht sich also laut Warnstufen auf eine oder auf sechs Stunden. √Ąhnliche Auswirkungen k√∂nnen allerdings auch durch Dauerregen erzeugt werden. Auch daf√ľr gibt es Warnmeldungen in den drei Warnstufen Dauerregen, ergiebiger Dauerregen und extrem ergiebiger Dauerregen. Die Zeitspannen, die hier genannt werden, befinden sich zwischen 12 und 72 Stunden. Warum ist es wichtig, sich damit zu befassen? In erster Linie, um schnell reagieren zu k√∂nnen. Denn was zum Beispiel Starkregen besonders gef√§hrlich macht, ist, dass es unter Umst√§nden nur eine sehr kurze oder sogar gar keine Vorwarnzeit gibt. Dazu schreibt das Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz:

H√§ufig gibt es keine Vorwarnzeit, da jedes aufziehende Unwetter Potential f√ľr √úberflutungen liefert und sich Extremwetterereignisse mitunter sogar lokal erst bilden. Dann kann nicht einmal eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes rechtzeitig herausgegeben werden.

Wenn solche Warnmeldungen ausgegeben werden k√∂nnen, enthalten sie aber wichtige Informationen. Nicht nur √ľber die m√∂glicherweise betroffenen Gebiete, sondern auch √ľber die Dauer des Ereignisses und √ľber die prognostizierten Regenmengen. Das erm√∂glicht eine erste Einsch√§tzung, ob es notwendig ist, selbst zu handeln und Vorkehrungen zu treffen. F√ľr diese Warnmeldungen gibt es verschiedene Apps, um eben den eigenen Wohnort oder den aktuellen Aufenthaltsort eingeben zu k√∂nnen und Meldungen zu erhalten. Mit der Warn-App hat der Deutsche Wetterdienst eine eigene App, in der direkt die aktuellen Warnmeldungen zu finden sind. Dar√ľber hinaus gibt es noch die Warn-App NINA, die vom Bundesamt f√ľr Bev√∂lkerungsschutz und Katastrophenhilfe betreut wird. Darin sind ebenfalls die Warnungen des DWD enthalten, aber auch andere Gefahrenlagen. Es existieren aber noch viele weitere Apps, die teilweise f√ľr einzelne Regionen nutzbar sind. Es ist daher immer gut, sich zu informieren, welche Warn-App f√ľr den eigenen Standort sinnvoll ist. Inzwischen gibt es in Deutschland "Cell Broadcast", die M√∂glichkeit, alle Handys je nach Standort mit Warnmeldungen zu erreichen. Und au√üerdem findet seit 2020 j√§hrlich am 2. Donnerstag im September der bundesweite Warntag statt. Er soll nicht nur ein Belastungstest f√ľr die Warnsysteme sein, sondern auch √ľber dieses wichtige Thema informieren.

Wie entstehen Hochwasser- und Starkregengefahrenkarten? (00:08:07)

Helena: Ja, die erste Frage, mit der wir uns besch√§ftigen, ist, wie entstehen eigentlich so Hochwasser- und vor allen Dingen Starkregen-Gefahrenkarten? Ich kannte jetzt vor letztem Sommer eigentlich nur die Hochwasser-Gefahrenkarten und hatte da auch schon immer mal geguckt, wo ich denn so wohne und wie betroffen das denn von potenziellen Hochwassern ist. Und das ist dann ja immer eingeteilt in so Jahrhundert-Hochwasser und h√§ufigere Hochwasser und so. Und ja, eine Hochwasser-Gefahrenkarte bezieht sich vor allen Dingen auf Gew√§sser. Damit sind dann eben Fl√ľsse oder Seen gemeint. Da geht es dann darum, wie gut das Wasser da abflie√üen kann. Und wenn sehr viel Wasser da ist, was dann alles √ľberflutet werden kann. Und wenn man halt nicht an einem Gew√§sser direkt wohnt, dann ist doch die Wahrscheinlichkeit davon betroffen zu sein eher gering. Dann gibt es noch die Starkregen-Gefahrenkarten, was ich jetzt auch erst vergangenen Sommer kennengelernt habe. Und diese behandeln hingegen √úberflutungen infolge von Starkregen-Ereignissen, die eben auch unabh√§ngig von Gew√§ssern zu √úberflutungen f√ľhren k√∂nnen. Und somit im Prinzip alle Orte betreffen k√∂nnen. Ja, wie man halt solche Karten erstellt und dann eben den Leuten in der eigenen Region zur Verf√ľgung stellt, haben wir vor allen Dingen aus dem Leitfaden f√ľr kommunales Starkregen-Risikomanagement aus Baden-W√ľrttemberg entnommen. Die hatten einfach die beste Publikation zu diesem Thema. Und zwar geht in so eine Gefahrenkarte verschiedene Faktoren ein. Einmal eben die Niederschlagsmenge, das ist ja offensichtlich der wichtigste Teil, wie viel regnet es √ľberhaupt? Dann die Oberfl√§chenbefestigung, ja, so was da f√ľr Stra√üen, Geb√§ude sind. Dann Bodentyp und Bodenart. Dann aber auch die Bodenvorfeuchte, weil ein Boden, der schon komplett voll mit Wasser ist, kann halt auch nichts mehr abflie√üen. Aber auch die Bodennutzung spielt eine Rolle, weil ja verschiedene Bodentypen daraus entstehen k√∂nnen. Also ob da jetzt irgendwie Pflanzen wachsen, macht einen Unterschied zu, ob da einfach nur Rasen ist oder ob das einfach nur brachliegendes Land ist. Ja, und das Ganze wird dann in ein hydrologisches Modell gegeben, und zwar dann pro Quadratmeter gerechnet. Und dann zeigt so eine Hochwassergefahrenkarte eben Flie√üwege des Oberfl√§chenabflusses bis zum n√§chsten Gew√§sser auf. Also wo geht das Wasser lang, wenn es denn √ľberhaupt abflie√üen kann? An manchen Stellen kann es ja auch gar nicht abflie√üen. Ja, und berechnet werden dann in der Regel drei verschiedene Szenarien f√ľr diese Starkregengefahrenkarten, und zwar einmal das seltene Ereignis, was von den drei Kategorien das h√§ufigste ist, dann das au√üergew√∂hnliche Ereignis und das extreme Ereignis. Ich glaube, bei den Gefahrenkarten in Braunschweig hei√üen die auch ein bisschen anders als in Baden-W√ľrttemberg.

Janine: Ja, ich glaube auch ein bisschen, aber dazu komme ich dann später noch. Da vergleichen wir dann noch ein bisschen die beiden Analysen.

Helena: Ja, und es gibt im Wesentlichen drei Verfahren, die f√ľr die Analyse von √úberflutungsgef√§hrdung eine Rolle spielen. Also es gibt einmal die vereinfachte Gef√§hrdungsanalyse ohne spezielle Hilfsmittel, dann die topografische Gef√§hrdungsanalyse und dann noch die hydraulische Analyse durch √úberflutungssimulation.

Janine: Die erste Analyseoption klingt ein bisschen nach "Wir gehen rum und gucken uns alles einmal an".

Helena: Genau, bei der vereinfachten Gef√§hrdungsabsch√§tzung geht es darum, dass man, wenn ein Ereignis auftritt, einmal kartiert, was es f√ľr Sch√§den gibt und so schon mal einen groben √úberblick bekommt. Bei dieser Methode werden in erster Linie die offensichtlichen Problembereiche ermittelt. Dann gibt es in der n√§chstkomplexeren Analysenmethode die sogenannte topografische Gef√§hrdungsanalyse. Dazu muss man eben eine gute Karte haben √ľber die Orte, die zumindest auch die H√∂henprofile kennt f√ľr alle Orte. Also nicht nur was wo ist, sondern auch wie hoch es ist. Auf der Basis dieser topografischen Daten kann man dann eben sehen, ja, hier liegt eine Fl√§che besonders tief oder wo w√ľrde das Wasser nicht hin abflie√üen. Um eben eine h√∂here Genauigkeit f√ľr diese topografischen Karten zu bekommen, benutzt man LIDAR-Messungen. Das ist dann so etwas √§hnliches wie Radar, nur mit Lasern. Wenn man das Ganze von einem Flugzeug aus macht, kann man eben deutlich h√∂her aufgel√∂st die Topografie vermessen. LIDAR ist etwas, was auch in manchen Autos zuk√ľnftig eingebaut wird. Aber zum Beispiel mein Staubsaugroboter benutzt auch LIDAR, um M√∂bel und W√§nde zu erkennen und den Ort zu kartieren. Das ist also eine durchaus nicht un√ľbliche Technik, auch im Hausgebrauch. Auch wenn man jetzt selber vielleicht nicht unbedingt mitbekommt, dass das benutzt wird, wenn man sich nicht damit intensiver besch√§ftigt. Genau, das LIDAR benutzt man heutzutage, weil die Technologie jetzt da ist. Man k√∂nnte aber auch eine klassische Topografie-Karte verwenden f√ľr eben diese topografische Gef√§hrdungsanalyse. Ja, und auf so Topografie-Karten sieht man in der Regel so Linien. Und eine Linie ist dann immer eine konstante H√∂he. In der Regel sind diese dann auch geschlossen, au√üer die sind am Rand der Karte. Wenn sehr viele Linien auf so einer Topografie-Karte n√§her beieinander sind, dann ist es an dieser Stelle steiler. Was man auch gut aus den Linien erkennen kann, ist, wenn man jetzt zwei H√ľgel hat, dann sieht man halt, zwischen den H√ľgeln gibt es irgendwie einen Sattelpunkt, wo dann die Linien voneinander immer wegf√ľhren. Also die eine Linie auf der einen Seite geht niemals auf die andere Seite von den beiden H√ľgeln. Und das hei√üt dann im Wesentlichen, dass das Wasser, was auf der einen Seite runterkommt, auch auf dieser bleibt und nicht pl√∂tzlich den Ort zwischen den beiden H√ľgeln wechseln wird, weil es keinen Abflussweg dazwischen gibt. Genau, dann sieht man zum Beispiel in solchen Karten auch Bachl√§ufe. Da sind die Konturlinien meistens sehr spitz, weil einfach Bachl√§ufe in der Regel ein bisschen niedriger sind als die Umgebung. Das hei√üt, da ist es dann nach kurzem Moment ein bisschen steiler. Und daran erkennt man auch, dass da potenziell ein Gew√§sser ist. Aber dabei zeigt die Spitze dann auch immer nach oben. Ja, das erste Ziel bei so einer topografischen Gef√§hrdungsanalyse ist es eben die Wasserscheiden zu identifizieren. So ein Ort, wo wenn auf beiden Seiten von dieser Wasserscheide Wasser runterkommt, dass es sich niemals wieder trifft. Oder was hei√üt niemals wieder? Erst nach dem Gew√§sser, auf dem man dann vielleicht den Abfluss berechnet. Also zum Beispiel gibt es ja gro√üe Fl√ľsse, hier in der Gegend vor allen Dingen Weser und Elbe, zwischen denen wir liegen. Und da gibt es dann eben eine Wasserscheide, die besagt, dass alle Gew√§sser auf der einen Seite gehen in die Weser und alle auf der anderen Seite gehen in die Elbe. Und die treffen erst in der Nordsee wieder aufeinander. Genau, und wenn man eben sich diese Karten so angeguckt hat und wei√ü, wo das Wasser lang flie√üt, dann sieht man eben bei dieser Topografieanalyse auch, dass es nicht sogar Orte gibt, die gar keinen Abfluss haben. Und da f√§llt dann nat√ľrlich sehr schnell auf, wo sich das Wasser stark sammelt. Aber man wei√ü nat√ľrlich nicht unbedingt, wie viel Wasser wo lang flie√üt und wie schnell. Man kann h√∂chstens feststellen, ja, da, wo es gar nicht abflie√üen kann, da bleibt es jetzt auf der und der H√∂he. Also da ist es auf jeden Fall erstmal √ľberflutet. Das l√§sst sich mit der topografischen Gef√§hrdungsanalyse schon ganz gut ermitteln. Dann gibt es noch die dritte Methode, das ist dann die hydraulische Gef√§hrdungsanalyse, die durch eine √úberflutungssimulation stattfindet. Und da wird jetzt nicht nur die Topografie mit ber√ľcksichtigt, die spielt schon auch eine Rolle, aber eben noch andere Informationen. Und bei der Topografie muss man dann bedenken, dass, ja, also man braucht schon die Topografie und diese LIDAR-Messungen haben schon auch mindestens einen Messpunkt pro Quadratmeter und modernere Messungen oder frischere Messungen haben oft auch schon mehr Punkte pro Quadratmeter. Aber das kann nicht alle Informationen ersetzen. Deswegen muss man bestimmte Bauwerke und Strukturen noch manuell hinzuf√ľgen, damit die Simulation √ľberhaupt sinnvoll funktionieren kann. Zum Beispiel kann man per LIDAR, wenn man das per √úberflug misst von oben, jetzt nicht so gut Durchl√§sse und Unterf√ľhrungen messen. Aber auch f√ľr die H√∂he von Mauern und Bordsteinen reicht die Aufl√∂sung nicht aus, um sicher zu erkennen, dass da Mauern oder Bordsteine sind. Und das Gleiche gilt dann eben auch f√ľr manche D√§mme und W√§lle. Aber auch Gr√§ben sind oft weniger als einen Meter breit. Also potenziell misst ein LIDAR-System die nicht. Ja, und dann gibt es auch bestimmte Bauwerke, die ein Abflusshindernis darstellen. Und ja, kleine Gew√§sser oder kleine B√§che sind halt potenziell auch zu klein. Und woher soll das LIDAR wissen, dass da Wasser flie√üt. Aber eben auch Stra√üenabl√§ufe, also da, wo das Wasser wegflie√üen kann. Ja, dann gibt es die Oberfl√§chenabflusswerte f√ľr die drei Szenarien, die man dann eben ermittelt auf Basis der Oberfl√§cheneigenschaften. Und dann braucht man auch die Landnutzungsdaten, unter anderem zur Rauchigkeitsbestimmung, weil je nachdem wie rau die Oberfl√§che ist, flie√üt das Wasser unterschiedlich schnell. Also durch ein sehr glattes Rohr flie√üt das deutlich schneller, als wenn da zum Beispiel Rasen drauf w√§chst, dass das immer ein bisschen abblenkt. Ja, und dann gibt es auch noch die Wirkung bestimmter Bauwerke zu ber√ľcksichtigen, wie, ja, so Hauptsammler der Kanalisation, wo explizit Wasser gesammelt werden soll. Wobei jetzt bei dieser Gef√§hrdungsanalyse nur das seltene Ereignis √ľberhaupt davon ausgeht, dass die Kanalisation noch n√ľtzlich ist und Dinge Wasser abflie√üen lassen kann, weil bei den Extremereignissen oder bei dem au√üergew√∂hnlichen Ereignis geht man immer davon aus, dass die Kanalisation bereits komplett voll ist und nichts mehr aufnehmen kann und der Boden bereits so verschlemmt ist, dass er auch nichts mehr aufnehmen kann. Und da haben wir ja durchaus in der Praxis gesehen, dass das sehr sinnvolle Annahmen sind f√ľr die Extremereignisse, weil das ist dann auch eigentlich immer der Fall.

Janine: Ja, ein bisschen was zu quasi Vergleich und √úberpr√ľfbarkeit der Modelle kommt dann sp√§ter auch noch bei der Starkregenanalyse der Stadt Braunschweig. Also zwei, drei S√§tze auf jeden Fall.

Helena: Ja, die Berechnung von diesen Simulationen erfolgt dann iterativ. Das hei√üt, man berechnet einmal f√ľr eine Region eben das Modell und verschiedene Szenarien und dann schaut man eben, ob das Modell √ľberhaupt mit den Erfahrungswerten aus der Vergangenheit zusammenpasst und wiederholt dann die Berechnung, indem man kleine √Ąnderungen durchf√ľhrt. Und wenn das gut zusammenpasst, dann geht man davon aus, dass das schon ungef√§hr so klappen k√∂nnte. Ja, was kommt dann da raus bei der Berechnung? Also zum einen die √úberflutungsausdehnung, welche Fl√§che ist √ľberflutet. Dann die Wasserspiegellage √ľber Normal Null. Damit ist dann eben gemeint, wie hoch steht das Wasser verglichen mit Normal Null. Also man sagt oft Meeresoberfl√§che. Diese Information ist jetzt nicht so f√ľr den Endanwender interessant. F√ľr den ist dann eher die √úberflutungstiefe interessant, weil das dann, wie hoch steht das Wasser √ľber der Oberfl√§che. Dann eben noch die Flie√ügeschwindigkeit und der zeitliche Ablauf dieses Ereignisses.

Janine: Das klingt auf jeden Fall alles nach sinnvollen Angaben, die dann dabei rausfallen. Aber es gehen echt sehr, sehr viele Daten da rein und auch aus verschiedenen Quellen.

Helena: Genau, deswegen gibt es eben auch drei Verfahren, weil das nat√ľrlich beste Verfahren, was auch die genauesten Daten liefert, eben auch den gr√∂√üten Aufwand bedeutet und man trotzdem auch Methoden braucht, um erstmal √ľberhaupt einen Ansatz zu bekommen, wenn man noch nicht den Aufwand getrieben hat, diese Starkregengefahrenkarten zu erstellen.

Wie sieht die Starkregengefahrenkarte im Ergebnis aus? (00:20:15)

In der Starkregengefahrenkarte werden dann Teile des Ergebnisses dargestellt und vor allem die Wassertiefen und manchmal werden auch Fließgeschwindigkeiten eingetragen. Also bei Hochwassern werden die Gefahrenkarten ja oft in so Jährlichkeitskategorien geparkt wie Jahrhunderthochwasser. Aber das wird bei Starkregengefahrenkarten nicht gemacht, weil man irgendwie ja, sich da nicht so sicher ist. Also ganz grob heißt häufig bei einem Starkregenereignis, dass das alle ein bis zehn Jahre passiert und mit selten ist dann gemeint, das sollte eigentlich nur alle 30 bis 50 Jahre passieren. Und außergewöhnlich und extrem sind dabei als möglich anzusehen, aber eben sehr selten Ereignisse, wo man nicht sagen kann, ja, das passiert nur alle 1000 Jahre oder so, weil das weiß man nicht. So lange hat man keine Daten.

Janine: Ja und wie auch so ein bisschen im Einspieler ja auch rauskam, so Starkregenereignisse können ganz massiv lokale Unwetter sein, die vorher gar nicht so richtig planbar sind und sich aus verschiedenen Faktoren ziemlich plötzlich und heftig entladen können.

Helena: Ja und wenn das so lokal ist, dann ist es ja vielleicht immer noch so, dass jetzt auf die gesamte Fl√§che Deutschlands berechnet die H√§ufigkeit immer noch nur 1 pro 1000 Jahre ist, aber f√ľr die Orte, wo es dann passiert, ist es halt passiert.

Janine: Genau und vielleicht passiert es da ja auch öfter, weil die Bedingungen da nun mal so sind, dass Wetterlagen sich so entwickeln.

Helena: Das kann auch sein, ja.

Janine: Ja, aber das ist Spekulation. √Ąhm, gut. Was machen wir denn jetzt noch?

Wof√ľr werden solche Analysen genutzt? (00:21:54)

Helena: Genau, also man kann diese Daten, au√üer um selber abzusch√§tzen, wie gef√§hrdet man ist, nat√ľrlich auch nutzen, um, ja, Neubauten zu planen. Und wenn man jetzt zum Beispiel in St√§dten neue Anlagen plant, dann plant man das so, dass Stadtzentren und Gewerbegebiete ja einmal in 30 Jahren √ľberflutet sein sollen. Ja und bei l√§ndlichen Gebieten rechnet man eher mit einmal in 10 Jahren und bei Wohngebieten ist die Zahl eher einmal in 20 Jahren. Das ist nat√ľrlich nur, das sollte das maximal h√§ufigste Szenario sein. Es gibt nat√ľrlich Gebiete, die viel seltener gef√§hrdet sind. Das hei√üt, nur weil man das noch nie erlebt hat, hei√üt das nicht, dass es √ľberall einmal in 20 Jahren das Wohngebiet √ľberflutet sein kann. Aber das ist so die h√∂chste Seltenheitsstufe, die man planen kann.

Janine: Genau, es wird quasi so geplant, dass, wenn es passiert, dass das Maximum ist.

Helena: Genau, dass halt nicht pl√∂tzlich das Wohngebiet alle 10 Jahre √ľberflutet ist. Also das ist halt das Ziel. Wenn es regelm√§√üig √ľberflutet wird, maximal alle 20 Jahren ist.

Janine: Das hei√üt, man w√ľrde wahrscheinlich dann sowas machen wie, in diesem Gebiet sagt die Starkregen-Gefahrenkarte, das und das kann passieren. Diese √úberflutungstiefen k√∂nnen wir erreichen, also m√ľssen wir entsprechend die Kanalisation anlegen, sodass das abgefangen werden kann, wenn so ein Ereignis eintritt. So ein bisschen in die Richtung, wahrscheinlich mit so einem Mittelwert, wie wahrscheinlich ist es, dass es eintritt.

Helena: Ja, oder auf welchen H√∂hen man das √ľberhaupt machen kann. Sollte man heutzutage noch neben einem Fluss bauen. Also sicherlich nicht im Auffangbecken.

Janine: Ja.

Helena: Aber wahrscheinlich ist das dann auch einer der Gr√ľnde, warum bei Neubauten eben Keller seltener werden. Zusammen damit, dass es nat√ľrlich auch mehr Energie bedarf im Winter, wenn man auch einen Keller mitheizen muss. Ja, im Gegensatz zu diesen ganzen Dingen wie Wohngebiete, Stadtzentren, Gewerbegebiete und so weiter, gibt es nat√ľrlich auch noch andere Nutzungsarten, wie zum Beispiel unterirdische Anlagen, also Tiefgaragen oder Unterf√ľhrungen. Und die werden eigentlich so geplant, dass sie maximal einmal in 50 Jahren √ľberflutet sein sollen. Weil dadurch, dass sie tiefer liegen, sind sie nat√ľrlich auch deutlich gef√§hrdeter. Das hei√üt, man muss hier auch deutlich mehr Aufwand treiben, das zu verhindern, weil das Wasser ja auch gar nicht einfach so abflie√üen kann, wenn es dann zum Beispiel ein Starkregenereignis oder das Hochwasser vorbei ist. Ja, und einmal in 50 Jahren finde ich jetzt, gut, wahrscheinlich kann man nicht seltener das einplanen, aber das finde ich jetzt durchaus gar nicht so selten. Also wenn man sein Leben lang in einem Haus wohnt, wo man eine Tiefgarage hat, kann man damit rechnen, dass die einmal √ľberflutet sein wird.

Janine: Ja, das stimmt.

Helena: Oder sogar zweimal im eigenen Leben.

Wird es k√ľnftig h√§ufiger Starkregen geben? (00:24:40)

Janine: Wir hatten jetzt schon hier und da angedeutet, dass die Intensit√§t und die H√§ufigkeit von Starkregen zunimmt. Wie sieht denn das da so aus? Gibt es dazu √ľberhaupt so konkrete Aussagen? Weil es steht halt √ľberall, aber wo finden wir daf√ľr so eine Art Beleg?

Helena: Ja, also der Deutsche Wetterdienst hat sich mal mit der Frage beschäftigt. Die haben ja auch die Wetterdaten.

Janine: Ja.

Gut. Und wenn man jetzt sich die Häufigkeit von Starkniederschlagstagen anguckt, also das sind dann Tage, an denen mehr als 20 Liter pro Quadratmeter runterkommen und 20 Liter pro Quadratmeter entspricht dann eben auch einer Höhe von 20 Millimetern, weil das zufälligerweise genau rauskommt. Ein Millimeter entspricht einem Liter auf einem Quadratmeter.

Janine: Ah!

Helena: Die Zahlen sind dann die gleichen, nur die Einheiten kann man unterschiedlich sehen. Genau. Und wenn dann eben mehr als 20 Liter pro Tag sind, dann wird das gez√§hlt eben als entsprechender Tag. Und die H√§ufigkeit hat in Deutschland √ľber die letzten 70 Jahre nur sehr geringf√ľgig zugenommen. Und die st√§rksten √Ąnderungen ist dabei im Winter. Also im Winter hat die Menge an Starkregen Tage irgendwie um ein Viertel zugenommen, w√§hrend es im Sommer sich jetzt nicht unbedingt ge√§ndert hat, wie oft Starkregen passieren. Und das wird jetzt darauf zur√ľckgef√ľhrt, dass zum einen es einfach weniger regnet aufgrund des Klimawandels. Also das beobachtet man halt schon. Aber dann, wenn es regnet, ist f√ľr ein einzelnes Regenereignis selber die Wahrscheinlichkeit h√∂her, dass es Starkregen wird. Und das hat sich zumindest in Deutschland bisher weggemittelt, sodass es noch keine Zunahme an Starkregen an sich gibt im Sommer.

Janine: Also sozusagen nicht die H√§ufigkeit, aber die Intensit√§t eventuell schon, weil es gibt weniger Regen und wenn es regnet, dann daf√ľr st√§rker.

Helena: Ja, also dann ist die Wahrscheinlichkeit f√ľr, dass es st√§rker regnet, h√∂her. Weil insgesamt regnet es ja, ist Starkregen selber ja nicht mehr geworden. So die einzelnen Ereignisse sind intensiver gewesen oder schlimmer und auff√§llig. Aber jetzt √ľbers ganze Land gemittelt ist es halt nicht mehr geworden.

Janine: Ja, spannend.

Wie sieht die Starkregenanalyse der Stadt Braunschweig aus? (00:26:55)

Helena: Gut, das war jetzt eher allgemein. Jetzt gab es nat√ľrlich in Braunschweig das Starkregenreignis letztes Jahr, bei dem ich zuf√§lligerweise gerade im Urlaub war und deswegen nur von allen Leuten, die ich so kenne, mitgekriegt habe, was da eigentlich los war, aber selber nicht gesehen habe oder erlebt habe, wie das war. Aber du warst ja da in Braunschweig. Kannst du mir erz√§hlen, wie war denn das?

Janine: Ja, ich war da. Es war ziemlich heftig. Also ja, das war im Juni 2023. Da hat es in Braunschweig, also es ist ja dieses Starkregengebiet, ist √ľber einen gro√üen Teil von Deutschland gezogen und hat in vielen Regionen √úberschwemmungen verursacht. Also was mir jetzt noch einf√§llt, sind, ist zum Beispiel die Region Kassel, war auch stark betroffen. Und in Braunschweig habe ich dann sp√§ter gelesen, sind irgendwie drei Gewitterzellen oder so aufeinandergekommen, weswegen es dann eben besonders heftig wurde. Ich habe auch auf der Seite der Stadt Braunschweig gesehen, dass dieses Starkregenereignis von der Intensit√§t her in die h√∂chste Kategorie eingestuft wird. Und ja, aber da gleich noch mal etwas zu. Es f√ľhrt auf jeden Fall auch dazu, dass ich hier beobachtet habe, also unser Keller ist vollgelaufen zu einem nicht gerade geringen Teil. Und ja, man konnte halt ganz viel √ľber Social Media ja auch verfolgen, wie die Stadt √ľberflutet war. Der gesamte Innenstadtbereich um den Bohlweg rum war auch relativ hoch √ľberflutet, was ich so auch noch nicht erlebt habe in den letzten fast 20 Jahren oder so.

Helena: Ja, ich kannte auch nur, dass so an alten Kunstwerken oder Skulpturen oder so gab es ja manchmal so so Marker mit. Dann und dann war hier, stand hier das Wasser auf der Höhe bei dem und dem Hochwasser. So das kannte ich schon.

Janine: Ja.

Helena: Also ich hatte schon mal gesehen, dass das irgendwann in der Vergangenheit schon mal gab.

Janine: Ja, und was aber jetzt eigentlich der Punkt ist, warum wir die Folge machen, war gar nicht so sehr das Ereignis im Juni selbst, sondern dass im August oder September ich bin mir gerade nicht mehr genau sicher, vom Deutschen Wetterdienst nochmals eine Warnmeldung vor einem Starkregenereignis rausgegeben wurde. Und ich habe mir die Meldung halt angeguckt und war ja so ein bisschen durch die Erlebnisse im Juni quasi vorgepr√§gt und habe mir gedacht, gut, hoffentlich wird es nicht wieder genauso schlimm. Und in den Warnmeldungen vom Deutschen Wetterdienst sind eben auch diese Literangaben enthalten. Das hei√üt, es wird dann angegeben, wie auch im Einpsieler beschrieben, wie viel Liter pro Quadratmeter in entweder einer oder in sechs Stunden fallen. Und mich hat diese Literangabe sehr interessiert. Da stand irgendwie circa, ich glaube, 75 Liter oder so. Und ich habe mich dann gefragt, ist das jetzt genauso intensiv wie das, was im Juni passiert ist, ja oder nein? Und habe ich mich auf die Suche gemacht, ob ich noch Angaben finde, wie hoch die Niederschlagsmenge war, die im Juni bei diesen √úberschwemmungen gefallen ist. Und habe dann auf der Seite der Stadt Braunschweig eben tats√§chlich die Starkregenanalyse gefunden, wo unter anderem auch das Ereignis vom 22. Juni beschrieben war, und zwar wurde da dann genannt, dass 80 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen sind innerhalb einer Stunde. War also tats√§chlich noch etwas mehr, aber ich meine, nicht sehr viel mehr als bei der Warnung, die dann im August, September da rausging. Also war ich so ein bisschen alarmiert und habe halt wieder Vorbereitungen getroffen. Und ja, tats√§chlich hat sich dann dieses zweite Ereignis als weniger dramatisch herausgestellt. Es hat zwar sehr viel geregnet. Es standen auch, stand auch das Wasser teilweise, aber es ist nicht so intensiv geworden wie das Ereignis im Juni. Das hei√üt also, die Warnung war gut. Es h√§tte passieren k√∂nnen, weil man wei√ü ja nie, wie sich das lokal entwickelt. Aber es ist dann zum Gl√ľck nicht noch mal so heftig geworden. Aber ja, das war der Grund, warum ich eben dann √ľber diese Starkregenanalyse gestolpert bin und fand das doch ein extrem spannendes Thema. Die Stadt Braunschweig hat diese Analyse beauftragt bei einem Ingenieursb√ľro und wurde dann, hat diese Analyse dann Ende 2022 ver√∂ffentlicht.

Helena: Also rechtzeitig.

Janine: Also rechtzeitig, ja, sogar vor Juni 2023. Ich habe mir das dann angeguckt. Also ja, erst mal auch die Stadt Braunschweig gibt an, Ziel solcher Analysen ist, dass Bereiche der Stadt erkannt werden sollen, in denen so ein Ereignis besondere Konsequenzen haben kann, die besonders betroffen sind. Und wie Helena ja auch erkl√§rt hat, werden dann eben diese verschiedenen Daten genommen und daraus wird eine Modellierung gemacht, die dann in einer kartografischen Darstellung, n√§mlich der Starkregengefahrenkarte, m√ľndet. Also das Ergebnis ist quasi die Karte und die zeigt auch f√ľr die Stadt Braunschweig die Ereignisse in drei verschiedenen Szenarien beziehungsweise ja Intensit√§ten an. Wir hatten uns auch gefragt, wie eigentlich diese Modellierungen tats√§chlich stattfinden. Also Helenas Frage war insbesondere, welche Modellierungen werden angewendet. Das konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Wir hatten versucht, mit der Stadt Braunschweig noch zu reden, aber leider kamen deren Antworten jetzt nicht rechtzeitig. Sie geben zumindest an auf der Homepage, dass die Analyse mithilfe einer hydraulischen Computermodellierung mit dem Programm Surface Water Modelling System gemacht wurde, also ein Oberfl√§chenwasser Modellierungssystem und Hydro AS2D. Whatever that means, das ist nicht mein Spezialgebiet. Und sie geben eben auch die wesentlichen Eingangsdaten an, die neben dem Niederschlag wichtig sind. Das ist das Gel√§ndemodell. Auch wie Helena schon erkl√§rt hat, das Raster ist ein Quadratmeter oder ein Meter Raster, das steht hier. Und dann werden halt die verschiedenen Annahmen im Vorfeld getroffen, um √ľberhaupt eine Analyse m√∂glich zu machen. Also auch es wird eben, was Helena alles erkl√§rt hat, f√ľhrt die Stadt Braunschweig hier auch auf. Es wird der Wasserabfluss angenommen, m√∂gliche R√ľck- oder √úberstauereignisse, was Kan√§le angeht. Und ja, manches wird nicht ber√ľcksichtigt, weil es keine Eingangsdaten gibt. Und dann werden eben Testsimulationen durchgef√ľhrt. Und eine der wichtigen Annahmen ist eben auch, dass der Boden nahezu ges√§ttigt ist, keinen Niederschlag mehr aufnimmt. Flie√ühindernisse wie Geb√§ude werden eben wieder erfasst. In diesem Fall wurden keine Vor-Ort-Begehungen durchgef√ľhrt. Deswegen geben sie auch an, es kann aufgrund dessen auch im Einzelfall zu Fehlern kommen, weil eben √∂rtliche Durchl√§sse nicht erfasst sind oder so. Also was Helena auch meinte, nur der √úberflug von oben reicht ja eigentlich nicht. Ich muss ja auch wissen, wie sieht die Unterf√ľhrung aus und so weiter. Wurde hier auch nicht gemacht. Das ist dann unter Annahmen gefallen. Ja, das im Vorfeld noch dazu, wie die Stadt Braunschweig das gemacht hat. Sehr viel mehr geben sie dazu nicht an. Und bei der Braunschweiger Gefahrenkarte sind die Ereignisse eingeteilt in intensiven Starkregen, au√üergew√∂hnlichen Starkregen und extremen Starkregen.

Helena: Und intensiv ist quasi das √Ąquivalent zu dem, was bei Baden-W√ľrttemberg selten genannt wird, au√üer dass bei Braunschweig, glaube ich, auch da schon von einer vollgenaufenen Kanalisation die Rede war.

Janine: Genau, so habe ich das auch verstanden.

Helena: Ja.

Janine: Die Szenarien sind in einen Starkregenindex eingeteilt. Der intensive Starkregen hat einen Starkregenindex von 4 bis 5. Dabei wird eine Niederschlagsumme von 41 Millimetern, also √§quivalent zu 41 Litern pro Stunde angenommen. Dazu sagt die Stadt, dass so ein Ereignis statistisch etwa alle 30 Jahre auftrat und gibt an dieser Stelle aber auch an, durch den Klimawandel verk√ľrzen sich allerdings in der Tendenz diese Wiederkehrzeiten. Also die gehen schon davon aus, dass es h√§ufiger auftreten wird. Das au√üergew√∂hnliche Starkregenereignis entspricht dem Starkregenindex 7. Es wird eine Niederschlagsumme von 51 Millimetern pro Stunde angenommen. Und sie geben hier an, statistisch tritt so ein Ereignis etwa alle 100 Jahre auf.

Helena: Okay, und bei dem Extremereignis?

Janine: Ja, das ist der Starkregenindex 10. Es wird eine Niederschlagsumme von 75 Millimetern pro Stunde angenommen. Und tatsächlich, da hast du ja vorhin die Zahl auch schon benutzt, statistisch tritt so ein Ereignis etwa alle 1000 Jahre auf.

Helena: Ja gut, und wie oft tritt Statistik das Ereignis auf, was wirklich passiert ist? Im Vergleich dazu, wo ist das in dieser Kategorisierung?

Janine: Zum Vergleich sagt die Stadt Braunschweig zwischen 1985 und 2020 gab es in Braunschweig mindestens 10 Starkregenereignisse. Eines dieser Ereignisse lag bei einem Starkregenindex von 6 und einer Wiederkehrzeit von 65 Jahren. Und das bisher größte Starkregenereignis, von dem wir jetzt quasi auch inspiriert sind, diese Folge zu machen, vom Juni 2023, hat ja eben tatsächlich den Starkregenindex 10 erreicht. Aber genauer geben sie es tatsächlich leider nicht an.

Helena: Man kann auf jeden Fall sagen, es gab mehr Niederschlag als in dem Extremereignis auf der Karte der höchsten Seltenheitsstufe drin war.

Janine: Ja.

Helena: Also es war schlimmer als das schlimmste Szenario f√ľr das Ver√∂ffentlichung existierten.

Janine: Genau, und das ist ein Punkt, den wir auch im Hinterkopf behalten k√∂nnen. Denn wenn wir uns dann die Karte angucken, wir haben √ľbrigens alle sinnvollen Links versucht, so gut es geht, in den Shownotes wiederzugeben. Leider kann ich nicht direkt auf die beste Ansicht f√ľr die Starkregengefahrenkarte verlinken. Da muss man sich ein bisschen durchklicken, weil das keinen Direktlink gibt zu allen Informationen. Es gibt da auf jeden Fall, wenn man sich so ein bisschen durchklickt, unter der Starkregenanalyse noch eine Legende. Und was halt zu sehen ist auf der Karte dann ist, dass man die Layer ausw√§hlen kann, welches Starkregenereignis man sich angucken m√∂chte. Entweder eben das intensive, das au√üergew√∂hnliche oder das Extremeereignis. Dann hat man halt so eine Karte der Stadt und es sind in f√ľnf Varianten von wei√ü bis dunkelblau sozusagen, also in f√ľnf Farbabstufungen, die √úberflutungsh√∂hen angegeben. Alles, was wei√ü belassen ist, ist beim extremen Starkregen halt 0 bis 5 Zentimeter. Also nicht zwingend gar nicht, sondern 0 bis 5 Zentimeter √ľberflutet. Dann die geringe √úberflutungsh√∂he ist ein sehr helles Blau, das von 5 bis 10 Zentimeter gibt. Dann die m√§√üige von 10 bis 30, die √úberflutungsh√∂he hoch, 30 bis 50. Und wo es sehr hoch √ľberflutet ist, mehr als 50 Zentimeter, ist es dann eben sehr dunkelblau. Dann kann man eben in die Karte reinzoomen und die einzelnen Gebiete angucken, wo f√ľr dieses Szenario eben diese √úberflutungsh√∂he angegeben ist. Das hat mich nat√ľrlich auch sehr interessiert, weil ich ja quasi den visuellen Vergleich hatte. Ich wusste, wie hoch stand bei uns im Hof das Wasser. Und ich habe mir das dann auf der Starkregengefahrenkarte angesehen und konnte tats√§chlich feststellen, dass diese Absch√§tzung sehr gut war.

Helena: Oh.

Janine: Das hat mich ein bisschen √ľberrascht tats√§chlich, dass das so zutreffend war. Und es war eben die √úberflutungsh√∂he, die hier f√ľr das Extremereignis prognostiziert wurde. Und ja, das hat dann schon den Vorteil, dass wenn man einmal ein Erlebnis hatte und das eben selbst auch vergleichen kann, vielleicht tats√§chlich viel besser einsch√§tzen kann, wie sehr ist die direkte Umgebung, in der ich lebe, betroffen und was kann ich oder muss ich f√ľr Ma√ünahmen tun? Das ist eben der gro√üe Vorteil dann daran, wenn man sich damit mal auseinandergesetzt hat. Was ich auch noch sehr interessant fand, war, auf der Homepage der Stadt Braunschweig stand im Anschluss an das Starkregenereignis im Juni 2023 hat die Stadtverwaltung B√ľrgerinnen und B√ľrger darum gebeten, Fotos einzureichen, um die Starkregen-Simulationen, die sie haben, zu evaluieren, zu vergleichen und zu gucken, wie zutreffend ist eigentlich die Modellierung, die sie im Dezember 2022 ver√∂ffentlicht haben. Und dann wurden tats√§chlich Fotos eingereicht und der Abgleich mit diesen Fotos hat dann ergeben, dass es eine sehr hohe √úbereinstimmung mit den berechneten √úberflutungen gibt. Das war so f√ľr die Stadt eine wichtige Best√§tigung daf√ľr, dass halt die Simulationen, die sie da drin stehen haben, recht zuverl√§ssige Ausk√ľnfte gibt, mit welchen √úberflutungen eben bei Starkregen gerechnet werden kann in den Bereichen, die da angegeben waren.

Helena: Ja.

Wie hilft so eine Karte? (00:40:09)

Janine: Das ist schon so ein bisschen die Frage, auf die ich auch noch eingehen wollte. Wie hilft so eine Karte? So eine Karte allein hilft nat√ľrlich nicht. Ich muss die Warn-Apps haben, die mir sagen, es steht ein Starkregenereignis an.

Helena: Ja.

Janine: Und ich muss halt interpretieren k√∂nnen, was bedeutet die Wassermenge, die in dieser Warnmeldung ausgegeben wird. Und dann kann ich eben mit Hilfe der Karte gucken, wie hoch kann die √úberschwemmung sein in dem Gebiet, in dem ich lebe. Und in diesem Fall hilft mir halt akut dann so eine Karte oder jedem anderen Menschen, der sich auch diese Informationen beschafft und damit eben umgeht. Genau. Gibt noch so ein paar Vorsorgesachen, die jeder Mensch dann f√ľr sich selbst so treffen kann, wenn so ein Ereignis ansteht. Wir hatten zum Beispiel eine Webcam im Keller aufgebaut und zu gucken, ob √úberflutung stattfindet oder nicht. Also nach dem Ereignis tats√§chlich.

Helena: F√ľr das potenziell zweite Ereignis.

Janine: Ja, auch wir wussten ja nicht. Es war halt noch, es hat noch sehr, sehr lange geregnet nach dem Starkregenereignis im Juni. Und wir wussten einfach nicht, ja, k√∂nnen wir jetzt schlafen gehen? Das ist das Thema jetzt vom Tisch. Oder kommt da noch mal was? Und dann hatten wir einen Wasserstandsensor in den Keller gesetzt an eine Stelle, wo, wenn √úberflutung stattf√§nde, wir das sehr schnell mitkriegen und eben eine Videokamera, so dass man mal runtergucken kann, ohne direkt hinrennen zu m√ľssen. Es sind so kleine technische Sachen, die man dann vielleicht machen kann. Aber ja, das Wichtigste ist halt zu wissen, es gibt diese Informationen und dazu kann es eben auch helfen, sich auf den Seiten der eigenen Kommune, der Region zu informieren. Gibt es vielleicht f√ľr meine Region eine Starkregengefahrenkarte? Oder welche Informationen stellt die Kommune bereit, auf die ich dann irgendwie zur√ľckgreifen kann? Gibt es Vorherfahrungen, Berichte, die ich mir angucken kann, um halt einfach f√ľr solche Sachen gewappnet zu sein, wenn sie denn wieder auftreten. Also zusammengefasst w√§re das halt Informationen sammeln, Angaben von Regenmengen in irgendeiner Form einordnen k√∂nnen, vielleicht durch Vergleichsereignisse und dann f√ľr sich selbst festlegen, was ist der Schwellwert, ab dem ich mich tats√§chlich konkret k√ľmmern muss? Und dann halt k√ľnftige Warnmeldungen genau daraufhin untersuchen.

Helena: Hmhm.

Janine: Genau. Was ich, glaube ich, noch ganz wichtig finde, ist, weil n√§mlich bei dem zweiten Ereignis waren wir so ein bisschen auf dem Sprung zum Wegfahren. Falls man in einem Gebiet wohnt, das betroffen sein k√∂nnte, ist es nat√ľrlich auch nicht verkehrt, ein kleines Netzwerk zu haben aus Familie oder Nachbarschaft, die gegebenenfalls auch einspringen und helfen k√∂nnen und sich √ľber die Infrastruktur des eigenen Hauses informieren. In unserem Geb√§ude gibt es einen Abfluss im Keller und es ist gut zu wissen, dass so ein Abfluss zum Beispiel eine R√ľckstaufunktion hat, sodass halt kein Wasser von unten in den Keller gedr√ľckt werden kann.

Helena: Ja, wenn die Kanalisation voll ist und dann kommt das Wasser einfach durch die Kanalisation, ist das dann schon besonders unschön.

Janine: Bei uns war tats√§chlich das Problem, dass die R√ľckstaufunktion hat funktioniert, es kam kein Wasser von unten. Aber weil die Kanalisation so massiv √ľberlastet war, konnte das Wasser aus dem Keller auch nicht abflie√üen.

Helena: Nee, nat√ľrlich nicht.

Janine: Und so, also es war dann sehr schnell weg, als das genug abgeklungen ist. Das war so ein bisschen unser Gl√ľck, sodass wir da nicht so richtig viel Aufwand mit hatten, dass wir irgendwie die Feuerwehr rufen mussten oder so. Und ja, das ist so der n√§chste Punkt. Was mache ich, wenn? Auf jeden Fall nicht in √ľberflutete R√§ume gehen. Tu das nicht. Es gibt Strom und wenn der nicht aus ist, kann das gef√§hrlich werden. Das ist immer so ein Hinweis, den es gibt. Die Stadt Braunschweig zum Beispiel hat einen netten Flyer zusammengestellt mit verschiedenen Informationen, wie sich im Falle einer √úberflutung richtig verhalten werden kann. Den verlinken wir auf jeden Fall auch. Da gibt es so ein paar Punkte zur Vorsorge, wie mit einer Warnmeldung umgegangen wird, wie die akute Situation ablaufen sollte und was dann nach der √úberflutung getan werden kann oder sollte in Verbund mit wichtigen Rufnummern der Stadt. Also es empfiehlt sich auch da zu gucken, ob die eigene Kommune oder Stadt solche Flyer hat, weil da manchmal konkrete Telefonnummern f√ľr bestimmte Dienste oder notwendige Hilfeleistungen angegeben sind, die jetzt nicht den allgemeinen Notruf betreffen.

Helena: Ja, da gibt es so Richtwerte, wie wenn jetzt in der Starkregengefahrenkarte steht, ja, bei dem Extremereignis ist beim eigenen Haus das Wasser potenziell höher als einen Meter. Dann sollte man rechtzeitig vielleicht das Gebäude verlassen, weil ab einem Meter, je nachdem wie alt und woraus das Haus gebaut ist, man nicht mehr hundertprozentig sicher sein kann, dass es stabil ist. So als ganz groben Richtwert.

Janinen: Genau, und das ist ja auch zum Beispiel etwas, was die Situation im Ahrtal so extrem gefährlich und katastrophal gemacht hat, dass eben da tatsächlich solche Mengen geflossen sind, dass die Integrität von Gebäuden einfach aufgegeben hat und vom Boden grundsätzlich.

Helena: Wenn der Boden wegrutscht, dann muss ja nicht mal im Gebäude so schlimm sein. Das ist aber noch mal unabhängig davon.

Janine: Genau, also es gab auch beide F√§lle da. Und ja, das sind einfach wichtig zu wissende Sachen und so etwas. Also ich denke, viele waren einfach von der Intensit√§t damals √ľberrascht. Und ja, das sind Gedanken, die man sich dann erst macht, wenn so etwas mal vorgekommen ist. Aber es sind eben wichtige Gedanken, weil sie f√ľr die Zukunft doch hilfreich sein k√∂nnen.

Helena: Ja, und jetzt bezahlt die Versicherung der Leute, bezahlen nur Neubauten am selben Ort.

Janine: Ja, kein Kommentar. Aber ich w√ľrde sagen, dann k√∂nnen wir so ein bisschen zum Fazit kommen.

Fazit (00:45:59)

Helena: Ja, Fazit. Ja, keine Ahnung, willst du anfangen, soll ich anfangen?

Janine: Ich kann gerne anfangen. Erstmal hoffe ich nat√ľrlich, dass auch wenn das Thema - Achtung Wortspiel - relativ trocken ist mit den ganzen Aufz√§hlungen, die wir gemacht haben, hoffe ich doch, dass es interessant f√ľr euch war, zu erfahren, dass eben bestimmte Informationen wie die Bodenbeschaffenheit in diese Untersuchungen eingehen, um herauszufinden, wann, wo, etwas, wie stark √ľberflutet werden kann, dass da die topografischen Informationen eben relevant sind und all diese ganzen Sachen, die da grunds√§tzlich einflie√üen und vor allem hoffe ich, dass ihr was daraus mitnehmen konntet, wie ihr vielleicht selbst mit solchen Starkregen-Gefahrenkarten dann eben umgehen k√∂nnt, dass bestimmte Informationen und Schwellenwerte dann daraus f√ľr euch selbst abzulesen sind, dass ihr sinnvoll handeln k√∂nnt, wenn so etwas eure Region betrifft.

Helena: Ja, ich fand es auf jeden Fall gut, mich mal mit dem Thema zu besch√§ftigen. Mir war, bevor das Hochwasser im Ahrtal so kurzfristig so schlimm geworden ist, nicht klar, dass wir hier so gef√§hrdet sind. Und erst recht, als dann auch Braunschweig betroffen war. Klar, mit einem ganz anderen Level an Zerst√∂rung als jetzt das Ahrtal. Aber auch hier ist immer noch das extreme Ereignis deutlich √ľber dem oder beziehungsweise das tats√§chliche Ereignis war immer noch √ľber dem h√∂chsten Ereignis, was man als extremes Szenario berechnet hatte.

Janine: Ja.

Helena: Also es ist halt realistisch, es kann halt passieren. Nur weil man selber nicht davon betroffen ist, hei√üt das nicht, dass man nicht irgendwann mal betroffen sein k√∂nnte. Von daher macht es Sinn, damit zu rechnen, auch mit den Worst-Case-Szenarien. Fand es auf jeden Fall auch ganz interessant herauszufinden, wie jetzt eigentlich diese Berechnungen durchgef√ľhrt werden. Jetzt nicht auf dem Level, was jetzt ein Hydrologe oder eine Hydrologin h√§tte, aber zumindest so grob, dass man eben au√üer der Topografie eben noch verschiedene andere Informationen braucht, wie was f√ľr eine Oberfl√§che hat man, wie gut kann das Wasser abflie√üen, wohin soll das √ľberhaupt abflie√üen, wie rechnet man das? Und dass man auch eben davon ausgeht, dass die Kanalisation zu ist, dass die nicht mehr funktioniert. Das fand ich auch interessant, weil in Braunschweig hat man nach diesem Ereignis √∂fter geh√∂rt, ja, ein Problem sei auch gewesen, dass die ganzen Abfl√ľsse verstopft gewesen seien. Aber man hat ja immerhin eingeplant dieses Szenario.

Janine: Ja, ich finde das auch interessant, dass das eben tats√§chlich auch ein Ereignis ist, wo man eben, also eigentlich sagen wir immer so, kenne dein Messverfahren, das hei√üt, wisse √ľber die Daten, die du hast, wie du es umsetzt und woher das alles kommt und so weiter. Aber hier werden ja gro√üz√ľgig Annahmen getroffen, Vermutungen als Grundlage genommen, um eine Modellierung zu machen und dass diese dann am Ende aber trotzdem im Abgleich mit einem realen Ereignis so zutreffend war. Das ist dann schon eigentlich wirklich sehr spannend.

Helena: Ja, und gleichzeitig wird das neue Ereignis genutzt, um die Modelle noch besser zu machen.

Janine: Ja.

Helena: Weil man die Details, wo man wirklich nur Annahmen hatte, wo es dann fehlgeschlagen oder falsch lag dann auch jetzt ausmerzen kann. Das ist auch sehr schön.

Aufruf Women in Data Science Datathon (00:49:10)

Janine: Ja, bevor wir dazu kommen, die n√§chste Folge anzuk√ľndigen, hatte ich ja ganz am Anfang schon gesagt, wir haben hier noch einen kleinen Aufruf. Und zwar m√∂chten wir wieder beim Women in Data Science Datathon mitmachen. F√ľr diese Folge haben wir jetzt mehr mit Beschreibungen von Herangehensweisen zu tun. Bei diesem Datathon geht es aber darum, tats√§chlich selbst mit Daten an interessanten Fragestellungen zu arbeiten. Also es ist halt, wie vorhin schon gesagt, eine globale Veranstaltung. Das findet weltweit und digital statt. Es gibt auch wohl hier und da an Universit√§ten einzelne Pr√§senzveranstaltungen dazu. Aber ja, insgesamt geht es darum, Data Science Skills anzuwenden, kennenzulernen und auch weiterzuentwickeln, und zwar auf allen Niveaus. Es werden Daten zur Verf√ľgung gestellt, Aufgaben und Probleme, und die k√∂nnen dann entweder allein oder im Team bearbeitet werden. Und die L√∂sung kann dann am Ende eingereicht werden. Und ja, die Themen sind meistens wirklich sehr interessant und besch√§ftigen sich mit einem kritischen Blick zum Beispiel auf Klimawandel oder auf soziale Inhalte. Dieses Jahr ist das Thema Equity in Healthcare, also Gerechtigkeit im Gesundheitswesen. Und da gibt es drei Wettbewerbe beziehungsweise drei Datathons. Die ersten zwei sind Challenges, die eher auf Einstiegsniveau angesiedelt sind. Die erste l√§uft aktuell schon und wir w√ľrden gerne an der zweiten teilnehmen, die am 9. April startet. Und ja, der Aufruf ist jetzt entweder macht doch selbst mit und sucht euch Leute, mit denen das spa√üig w√§re zu machen. Also wir hatten beim letzten Mal sehr viel Spa√ü in unserer Vierergruppe und wir w√ľrden eben auch gerne dieses Mal wieder mit Menschen zusammenarbeiten. Das hei√üt, wenn hier ein bis zwei Leute zuh√∂ren, die Interesse hatten, mit uns ein Team zu gr√ľnden und sich dieser zweiten Challenge zu stellen, dann schreibt uns gern bis zum 25. M√§rz, entweder √ľber Mastodon oder auch per E-Mail. Ihr findet alle Links dazu und auch zum Datathon in unseren Show Notes. Wir w√ľrden uns freuen, weil selbst mit Daten umgehen ist nat√ľrlich auch immer was Sch√∂nes.

Nächste Folge: Die Vesuv Challenge Ende März (00:51:26)

Helena: Ja, die nächste Folge, die dann Ende März erscheinen wird, voraussichtlich, dreht sich dann mal wieder um das tolle Thema Machine Learning. Und zwar geht es um die Vesuv-Challenge, bei der es darum geht, dass man vor einigen hundert Jahren Schriftrollen ausgegraben hat.

Janine: Genau, und zwar wurde im Jahr 79 nach unserer Zeitrechnung die antike Stadt Herkulaneum unter einer bis zu 20 Meter dicken Vulkanschicht begraben.

Helena: Ja, wo es dann teilweise noch erhaltene Gebäude gibt, aber eben auch Schriftrollen, die jetzt halt komplett verkohlt sind. Man hat die damals aufgerollt und kaputt gemacht erfolgreich und dann beschlossen, ja, wir lassen die jetzt in Ruhe in der Hoffnung, dass man später die vielleicht analysieren kann. Und die Zeit ist jetzt scheinbar schon gekommen. Und zwar gab es eben diese Challenge und man konnte da teilnehmen. Und das Ziel war es, einen Text von einer Schriftrolle zu entziffern. Und wie das jetzt gelungen ist und wie das funktioniert

Janine: Vor allem ohne sie zu zerstören.

Helena: Darum soll es in der nächsten Folge gehen.

Call to Action (00:52:32)

Janine: Ja, und wenn ihr das nicht und auch jede weitere Folge nicht verpassen m√∂chtet, dann folgt uns doch gerne auf Mastodon unter @datenleben@podcasts.social oder besucht unsere Webseite www.datenleben.de Da findet ihr auch alle unsere Folgen. Ihr k√∂nnt uns da auch gerne Feedback hinterlassen zu unseren Episoden. Dar√ľber freuen wir uns immer sehr. Und ja, ansonsten, wenn euch unsere Arbeits- und Denkweise gef√§llt, k√∂nnt ihr uns auch als Data Scientist buchen f√ľr Projekte. Oder ihr habt interessante Themen, die wir uns mal n√§her angucken k√∂nnen, dann k√∂nnt ihr uns auch das gerne jederzeit schreiben. Ja, die E-Mail-Adresse ist podcast@datenleben.de Wir freuen uns, wenn ihr euch meldet.

Helena: Dann bleibt mir nur noch f√ľr eure Aufmerksamkeit zu danken. Ja, vielen Dank und bis zum n√§chsten Mal. Ciao.

Janine: Tsch√ľss.

Outro (00:53:25)

Deeplinks to Chapters

00:00:00.000 Intro
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00:00:18.452 Thema des Podcasts
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00:00:43.430 Thema der Folge
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00:02:38.584 Warum ist dieses Thema wichtig?
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00:03:33.445 Fast Forward Science
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00:04:22.895 Einspieler: Was ist ein Starkregenereignis?
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00:08:07.066 Wie entstehen Hochwasser- und Starkregengefahrenkarten?
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00:20:15.294 Wie sieht die Starkregengefahrenkarte im Ergebnis aus?
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00:21:54.105 Wof√ľr werden solche Analysen genutzt?
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00:24:40.368 Wird es k√ľnftig h√§ufiger Starkregen geben?
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00:26:54.863 Wie sieht die Starkregenanalyse der Stadt Braunschweig aus?
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00:40:08.837 Wie hilft so eine Karte?
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00:45:59.362 Fazit
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00:49:09.709 Aufruf Women in Data Science Datathon
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00:51:25.874 Nächste Folge: Die Vesuv Challenge Ende März
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00:52:31.954 Call to Action
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